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FEZ-Berlin

Zusammen mit elf anderen Schüler*innen betreiben Emily Moltmann und Lukas Trolda die Firma ZweiWegGlas. Im Interview erzählen sie von ihrer Idee und berichten, was sie im Projekt über sich selbst gelernt haben.

 

Eure Schüler*innenfirma ZweiWegGlas verwendet gebrauchte Glühbirnen und Einwegflaschen zum Beispiel aus Gastronomien. Daraus stellt ihr Designerlampen oder Petroleumleuchten her. Wie kamt ihr auf die Idee?

Trolda: Wir mussten ja erstmal überhaupt eine Idee finden. Mein Vater hat eine Werkstatt, in der ich manchmal experimentiere. Damals mit gebrauchten Glühlampen. Die sind sehr hitzeresistent und erstaunlich stabil. Als ich in eine ein Loch gebohrt habe, hat das schonmal geklappt. Im nächsten Schritt habe ich etwas Petroleum in die Birne gekippt und einen Glasfaserdocht reingelegt. Das hat super funktioniert. So kamen wir auf die Idee mit dem Einwegglas.

Moltmann: Theoretisch werden Einwegflaschen nach dem Gebrauch wieder eingeschmolzen. Dabei entsteht extrem viel CO2. Das ist nicht nachhaltig. Und die Flaschen sind ja an sich noch gut. Warum wegschmeißen, wenn wir daraus etwas machen können, an dem man sich Jahrelang freut? Um ein Grundkapital zu bekommen, haben wir zu Beginn Anteilsscheine verkauft. Die Gewinne, die wir inzwischen gemacht haben, schütten wir jetzt zum Teil an unsere Anteilhabenden aus. 20 Prozent der Gewinne gehen an ForestFinance, um unsere Regenwälder zu schützen. Und wir spenden sie zum Teil dem Förderverein unserer Schule. Das Geld kann dann die nächste JUNIOR-Firma als Startkapital verwenden.

 

Was war euer größter Auftrag bislang?

Moltmann: Unser größter Auftrag umfasste 250 Petroleumlampen. Die mussten bis Weihnachten fertig sein. Darum haben wir die kompletten Oktoberferien über zusammen daran gearbeitet. Aber wir im Unternehmen sind alle miteinander befreundet, darum machen wir das auch gerne.

Unser Lehrer Herr Jandt lässt uns freie Hand. Aber wenn wir Fragen haben, gehen wir auf ihn zu. Dann regt er uns konstruktiv zum Nachdenken an. Manchmal erinnert er uns auch an Termine. Wir treffen ihn einmal die Woche und gehen unsere Themen durch.

 

Habt ihr dank der Schülerfirma etwas über euch gelernt oder wusstet ihr vorher schon, in welchem Gebiet eure Stärken liegen?

Moltmann: Ich würde eher sagen, dass ich meine Stärken weiter ausgebaut habe. Ich war schon immer offen und kommunikativ veranlagt, bin sehr gerne im Kontakt mit anderen Menschen und beschäftige mich mit Problemlösungen. Darum wurde ich vom Team für die Geschäftsleitung ausgewählt. Das habe ich sehr gerne angenommen.

Trolda: Bei mir war es anders. Früher war ich gar nicht so der Typ, der gerne mit anderen Menschen gesprochen hat. Stellvertretenden Geschäftsführer war erstmal Maximiliam Schubert, und ich war in der Verwaltung. Weil wir aber festgestellt haben, dass ich immer wieder gerne seine Aufgaben übernommen habe, und er umgekehrt meine, haben wir die Rollen nach einer Weile getauscht. Das entsprach einfach mehr unseren Stärken. Ich habe festgestellt, dass ich sehr gut organisieren und planen kann. Zum Beispiel für eine Messe oder einen Landeswettbewerb. Ich würde also schon sagen, dass ich mithilfe der JUNIOR-Firma neue Stärken an mir entdeckt habe.

 

Habt ihr euch mit der Möglichkeit viel beschäftigt, dass man mit einem Unternehmen auch scheitern kann?

Moltmann: Ja, klar. Das ist ein ständiger Begleiter. Man fragt sich, was passiert, wenn das nicht gut ankommt, oder man kein Interesse bei den Kund*innen weckt. Aber inzwischen haben wir uns so gut eingespielt, dass wir sagen können: es läuft.

Trolda: Ohne das JUNIOR-Programm hätten wir keine Chance gehabt, so etwas zu machen. Wer denkt schon in unserem Alter daran, eine eigene Firma zu gründen.

 

Kennt ihr diesen Pippi-Langstrumpf-Gedanken: „Ich will nicht erwachsen sein und mich mit der realen Welt auseinandersetzen, mit Marketing, Buchhaltung und so weiter!“ Habt ihr den mal gehabt?

(Beide lachen) Moltmann: Ich finde, es ist aktuell eine gute Mischung aus Konfrontation mit der Realität und Schutzraum, aus dem man sich vorsichtig raustasten kann. Und dabei kann man ausprobieren, was da Draußen überhaupt möglich ist.

 

Wie geht es nach der Schule weiter?

Trolda: Am Ende der 13. Klasse arbeiten wir mit unserem Kursleiter Herrn Jandt einen Businessplan aus, mit dem wir Fördermittel beantragen könnten.

Moltmann: Ich will mich nach der Schule erstmal ausprobieren und ein bisschen die Welt sehen. Aber ich hätte auf jeden Fall Interesse daran, später eine eigene Firma zu gründen.

Trolda: Das geht mir genauso. Aber perspektivisch würde ich sehr gerne etwas Eigenes auf die Beine stellen.

 

Ist das jetzt eigentlich euer Lieblingsfach?

Beide: Ja!

Quelle: FEZ-Berlin, 08.06.2022

BB RADIO, 19.05.2022

Gründerforum Potsdam, 16.05.2022

MAZ, 13.05.2022

Meetingpoint Potsdam, 11.05.2022

OSF, 09.05.2022

PNN, 10.05.2022